Vorwort

 

 

 

Die Welt, in der wir leben und unsere Kinder erziehen, befindet sich in einem starken Wandel.

Demographische Veränderungen durch den Geburtenrückgang und eine sozio-kulturelle Vielfalt prägen unsere Gesellschaft. Nationale Grenzen und Vorgaben werden durch wirtschaftliche Vernetzung zunehmend überwunden und führen zu einer globalen ökonomischen Abhängigkeit.

Wir sind auf dem Weg von einer Industrie- zur Wissensgesellschaft, in der sich Wissenschaften und Technologien rasant weiterentwickeln, sodass erworbenes Wissen schnell wieder veraltet.

Auch innerhalb der familiären Strukturen erleben wir einen Wandel und eine Diskontinuität im Verlauf von Familienbiographien.

 

Diese sich verändernden Rahmenbedingungen sind für uns und unsere Kinder eine große Herausforderung, der wir uns stellen müssen und wollen. Unsere Kinder sollen Fähigkeiten und Ressourcen erwerben, mit denen sie die Anforderungen der Zukunft meistern können. Dies sind neben sozialen, kulturellen und inter-kulturellen Kompetenzen unter anderem Eigeninitiative, Verantwortungs-bewußtsein und Kreativität. Auch der Vermittlung von Kompetenzen zur Bewältigung von Übergängen und Veränderungen ist große Bedeutung bei-zumessen.

 

Die ersten sechs Lebensjahre sind die entwicklungsreichsten und lern-intensivsten Jahre im Leben eines Menschen. Hier wird der Grundstein für ein lebenslanges Lernen gelegt.

Je solider und breitgefächerter die Anlagen und Fähigkeiten für den Erwerb von Wissen gefördert werden, desto leichter und erfolgreicher lernt ein Kind später.

Neben der Einbindung in die Familienstruktur stellt der Kindergarten als Elementarbereich die zweite Station des Bildungsprozesses dar und bildet somit das Fundament für die sich anschließenden Lernphasen. Neben einer Förderung der grundlegenden Ressourcen und Kompetenzen der Kinder können innerhalb dieses Kontexts die Kinder und ihre kindliche Autonomie, aber auch ihre soziale Mitverantwortung gestärkt werden.

 

Der vom Bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik in München entwickelte Bayerische Erziehungs- und Bildungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung basiert auf den oben genannten Überlegungen und unterstreicht in seiner detaillierten Ausführung den hohen Wert frühkindlicher Bildung. Die Inhalte und Ziele des Plans sollen in allen bayerischen Kindertagesstätten umgesetzt werden.

 

Mit dieser Konzeption wollen wir unsere pädagogische Arbeit in den drei Gräfelfinger Gemeindekindergärten auf den neuesten Stand bringen. In vielen Workshops haben wir uns zunächst mit den Anforderungen des Bayerischen Bildungsplans befasst und anschließend die Inhalte der einzelnen Konzeptions-bereiche herausgearbeitet, wobei auch die langjährigen pädagogischen Erfahrungen aller Teammitglieder in dieser Konzeption manifestiert sind.

 

Für alle Teammitglieder soll diese Konzeption als Leitfaden für ihre pädagogische Arbeit mit den Kindern gelten! Aber auch Eltern und andere Interessierte können sich auf diese Weise über Inhalte und Qualität unserer Arbeit informieren, um sich gegebenenfalls bewusst für unsere Kindergärten entscheiden zu können!

 

 

Diese Konzeption ist die Basis unserer pädagogischen Arbeit in den drei Gemeindekindergärten. Da die Teams ab 01. 09. 2006 neu zusammengesetzt sind, werden sich die Schwerpunkte der jeweiligen Einrichtungen erst von diesem Zeitpunkt an entwickeln.

Diese Schwerpunkte orientieren sich an den Stärken und besonderen Fähigkeiten unserer Teammitglieder sowie den Vorstellungen und Ideen aus der Elternschaft. Die sich daraus entwickelnden individuellen Hauskonzeptionen werden die hier veröffentlichten fachtheoretischen Grundsätze unserer pädagogischen Arbeit mit den spezifischen Bedürfnissen jeder Einrichtung verbinden und konkretisieren.

 

 

Wir freuen uns, die Ergebnisse unserer intensiven Zusammenarbeit hier vorstellen zu können! Wir haben uns viele Ziele gesteckt und wollen diese engagiert und erfolgreich umsetzen.

Es wird sicher nicht immer leicht sein, den hochgesteckten Anforderungen gerecht zu werden, doch wir wollen durch ständige Reflexion und Verbesserungsbereitschaft unseren Weg gehen, ohne den Blick für das Wesentliche aus den Augen zu verlieren!


 

 

Der Weg ist unser Ziel – zum Wohle der uns anvertrauten Kinder!

 

 

 

 

 

Gräfelfing, 01.09.2006

 

 

 

Petra Schachermeier              

(Dipl. Sozialpädagogin)

 

 

Die Kindergartenleitungen mit Team:

 

 

 

 

                           

Andrea Biermeier                    Karin Dallmeyr                Ingrid Canepa



1.  Der Träger: Gemeinde Gräfelfing

 

Gräfelfing ist eine konsolidiert gewachsene Wohngemeinde am südwestlichen Stadtrand der Landeshauptstadt München, die viel zu bieten hat:

eine lange und bewegte Geschichte, eine facettenreiche Infrastruktur, vielfältige Angebote für Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren und dabei ein stets abwechslungsreiches öffentliches Leben. Durch eine Vielzahl an Bildungs-  und Freizeitmöglichkeiten bietet Gräfelfing seinen Bürgern eine hohe Lebensqualität.

 

Die Gemeinde Gräfelfing hat 13.618 Einwohner (Stand 31.12.2005). Die meisten Familien haben mehr als ein Kind. Insgesamt betrachtet sind die Kinderzahlen in den letzten Jahren deutlich gestiegen, wobei im Gemeindegebiet derzeit 2486 Einwohner unter 18 Jahren leben.

In der Gemeinde besteht ein vielfältiges Angebot an Kindertagesstätten:

 

v                       Verschiedene kindergartenvorbereitende Gruppen und eine Kinderkrippe bieten die Betreuung der „Kleinstkinder“ an.

v                       Neben den drei gemeindlichen Kindergärten gibt es in Gräfelfing weitere drei Kindergärten unter kirchlicher Trägerschaft, zwei Privatkindergärten und einen Waldorfkindergarten. In diesen neun Einrichtungen werden zur Zeit insgesamt 478 Kinder betreut.

v                       Der Gemeinde-Kinderhort und der katholische Kinderhort mit insgesamt 75 Plätzen gewährleisten die Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder und werden von ca. 160 Mittagsbetreuungsplätzen an den beiden Grundschulen ergänzt.

 

Die Adressen aller Kindertagesstätten im Gemeindegebiet sind unter www.graefelfing.de zu finden.

 

Seit der Eröffnung des ersten Gemeindekindergartens im Jahr 1991 stieg der Bedarf an Kindergartenplätzen kontinuierlich an. Derzeit unterhält die Gemeinde Gräfelfing drei Kindergärten, für die diese pädagogische Konzeption erstellt wurde.

2.  Unsere Kindergärten stellen sich vor

 

2.1 Kindergarten „Rappelkiste“

 

v                 Lage:

          Adalbert-Stifter-Str. 1, 82166 Gräfelfing, Tel.: 089/89822711

          Email: gemeindekindergarten1@graefelfing.de

          Der Kindergarten „Rappelkiste“ ist gemeinsam mit dem Gemeindehort in einem Gebäude untergebracht. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Volksschule Lochham und das Kurt-Huber-Gymnasium. Das umliegende Gelände ist bewaldet.

 

v                 Personal:

          Unser Kindergarten hat vier altersgemischte Gruppen, davon zwei Ganztagsgruppen. Das Team besteht aus neun Mitgliedern, wobei jeweils eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin eine Gruppe von ca. 25 Kindern betreuen. Die Kindergartenleitung ist zusätzlich in einer Ganztagsgruppe eingesetzt.

          Das Hortteam besteht aus vier Mitgliedern. Jeweils eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin betreuen eine Gruppe.

 

v                 Räumlichkeiten:

          Das im Jahr 1994 mit drei Gruppenräumen erstellte Gebäude wird ab September 2006 um Räumlichkeiten für eine zusätzliche Gruppe erweitert.

Der Kindergarten besteht dann aus vier großen und hellen Gruppen-räumen, an die jeweils ein Intensivraum angrenzt.

          Zwei Gruppen liegen im Erdgeschoss, die beiden anderen Gruppen sind im ersten Stock untergebracht. Jede Gruppe hat ihren eigenen Garderoben- und Sanitärbereich.

          Die Turnhalle wird sowohl von den Kindergartenkindern als auch von den Hortkindern benutzt.

          Kindergarten und Hort werden von einem großzügigen Garten mit diversen Spielgeräten umgeben, wobei die beiden Bereiche voneinander getrennt sind.

          Ein Teamzimmer und ein Büro für die Leitung des Kindergartens stehen zur Verfügung.

 

2.2 Kindergarten „Sonnenblume“

v       Lage:

Riesheimerstr. 14, 82166 Gräfelfing, Tel.: 089/89892453

Email: gemeindekindergarten2@graefelfing.de

Der Kindergarten „Sonnenblume“ ist in einem ehemaligen Privathaus untergebracht und liegt in einer ruhigen Wohngegend. In direkter Nähe befindet sich ein großes Naherholungsbiet, der Paul-Diehl-Park.

 

v       Personal:

Unser Kindergarten hat zwei altersgemischte Gruppen. Das Team besteht aus vier Mitgliedern, wobei jeweils eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin eine Gruppe von ca. 20 Kindern betreuen.

Abhängig von der aktuellen Situation haben wir die Möglichkeit, bis zu drei behinderte Kinder in dieser Einrichtung zu integrieren.

 

v       Räumlichkeiten:

Der Kindergarten hat zwei helle Gruppenräume. Im Keller befinden sich drei weitere Räume, die von den Gruppen je nach Bedarf genutzt werden, darunter auch einen Sinnesraum. Ein Teamzimmer steht zur Verfügung.

Beide Gruppen haben freien Zugang zum Garten.

 

2.3 Kindergarten „Spatzennest“

 

v       Lage:

Steinkirchnerstr. 42, 82166 Gräfelfing, Tel.: 089/85484607

Email: gemeindekindergarten3@graefelfing.de

Der Kindergarten „Spatzennest“ ist in einem ebenerdigen Gebäude am Ortsrand von Gräfelfing untergebracht. In direkter Nähe befinden sich freie Felder und der Neunerberg.

 

v       Personal:

Unser Kindergarten hat zwei altersgemischte Gruppen. Das Team besteht aus vier Mitgliedern, wobei jeweils eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin/Kinderpfleger eine Gruppe von ca. 25 Kindern betreuen.

 

v       Räumlichkeiten:

Der Kindergarten hat zwei große helle Gruppenräume mit jeweils einem angrenzenden Intensivraum. Beide Gruppen verfügen über einen großzügigen Garderoben und Sanitärbereich. Der Garten ist von jedem Gruppenraum aus frei zugänglich.

Ein Teamzimmer und ein Büro für die Leitung des Kindergartens stehen zur Verfügung.

 

2.4 Aufnahmekriterien und Betreuungszeiten

 

Die Eltern können frei entscheiden, in welcher Einrichtung sie ihr Kind anmelden wollen. Die Betreuungszeit richtet sich nach den Wünschen der Familien. Die Mindestbuchungszeit der Gemeindekindergärten beträgt momentan täglich vier Stunden, die maximale Betreuungszeit 9,5 Stunden.

Generell orientiert sich die Betreuung in den Gemeindekindergärten nach dem aktuell gewünschten Bedarf und wird in regelmäßigen Abständen von der Gemeinde Gräfelfing evaluiert.

In allen drei Gemeindekindergärten wird Mittagessen angeboten.

Die Kindergartenanmeldungen bzw. Buchungsverträge für alle Kindergärten im Gemeindegebiet Gräfelfing werden zentral im Rathaus erfasst und von dort aus an die jeweiligen Einrichtungen weitergeleitet. In Absprache mit den Leitungen aller Gräfelfinger Kindergärten erhalten die Kinder nach Möglichkeit einen Kindergartenplatz in der von den Eltern gewünschten Einrichtung.

Kriterien für die Aufnahme der Kinder sind unter anderem Wohnort und Alter des Kindes, Familienstand und Berufstätigkeit der Eltern sowie besondere Gründe für eine dringende Tagesbetreuung.

Sollte ein Kind keinen Platz in dem gewünschten Kindergarten erhalten können, wird gemeinsam mit den Eltern nach einer Alternativlösung gesucht.

  

3.  Unsere pädagogische Zielsetzung

3.1 Leitgedanken

 

Was benötigen unsere Kinder, um glücklich und gesund heranzuwachsen?

 

Sicherheit, Geborgenheit                                   demokratisches Miteinander

fester Halt                                               Mitspracherecht

Zuwendung, Liebe, Anerkennung                 beiderseitigen Respekt   

Regeln, Grenzen                                                freie Meinungsäußerung

Freiräume, Rückzugsmöglichkeit                         Toleranz, Fairness

Rituale und Traditionen                                     christliche Wertevermittlung

Bezugspersonen, die für die Kinder da sind                               

  

  

               

 

 

 

Hilfe und Unterstützung                                    Bewegung, Ruhe

neue Lernerfahrungen                                        harmonische Atmosphäre

anregendes Spiel- und Lernumfeld                      Freude, Spaß

individuelle Förderung                                       Spielmöglichkeit

rechtzeitige Hilfemaßnahmen                             Träume, Phantasien

Kinder dürfen Fehler machen                             Freunde

 

 

 

 

 

3.2 Vermittlung von Basiskompetenzen  

 

Damit die Kinder stark und gefestigt ins Leben wachsen können, ist es uns sehr wichtig, ihnen Basiskompetenzen zu vermitteln.

Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeits-charakteristika bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Kindern und Erwachsenen zu interagieren und sich mit den Gegebenheiten seiner dinglichen Umwelt auseinanderzusetzen.

Im Folgenden möchten wir auf Kompetenzen eingehen, die uns besonders wichtig sind und die wir den Kindern vermitteln wollen.

 

3.2.1 Personale Kompetenzen

v                       Selbstwahrnehmung

Ein hohes Selbstwertgefühl und Vertrauen in sich und seine eigenen Kompetenzen sind wichtig für das Wohlbefinden eines Menschen und prägen ein positives persönliches Selbstkonzept.

Kinder sollen sich bei uns in ihrem ganzen Wesen bedingungslos angenommen und geliebt fühlen. Sie sollen Wertschätzung und Bestätigung von Seiten der Erwachsenen erleben sowie respektvolles und freundliches Verhalten zu anderen Kindern erfahren. Differenzierte und positive Rückmeldungen, aktives Zuhören und die Verbalisierung von Gefühlen sind erklärte Maßstäbe unseres pädagogischen Handelns.

 

v         Motivationale Kompetenzen

Jeder Mensch ist von klein an neugierig und hat ein Grundbedürfnis nach selbstbestimmtem Handeln und dem Erleben eigenen Könnens. Es ist uns daher besonders wichtig, dass die Kinder viele unterschiedliche Möglichkeiten haben, ihre individuellen Interessen kennen zu lernen. Häufige Wahlmöglichkeiten sollen den Kindern außerdem die Gelegenheit geben, im Rahmen anerkannter Verhaltensregeln selbstständig und selbstbestimmt zu handeln.

Die Kinder werden von uns mit Aufgaben konfrontiert, die ihrem individuellen Leistungsniveau entsprechen oder geringfügig darüber liegen. Wichtig ist das Selbstvertrauen, schwierige Aufgaben oder Probleme aufgrund eigener Kompetenz bewältigen zu können. Um diese Kompetenzen erlangen zu können, bedarf es auch eines angemessenen Maßes an Selbstbeobachtung und Reflexion. Wir als pädagogische Fachkräfte kommentieren daher Problemlösungsprozesse verbal und zeigen dem Kind auf diese Weise, wie es sein Verhalten planen, beobachten und steuern kann.

In diesem Zusammenhang sollen die Kinder im Gruppenalltag erfahren, dass auf bestimmte Verhaltensweisen vorhersehbare Konsequenzen folgen; bekannte Regeln müssen eingehalten werden.

 

v         Kognitive Kompetenzen

Die kognitiven Fähigkeiten der Kinder fördern wir auf den verschiedensten Ebenen.

Grundlegend für Gedächtnis- und Denkprozesse ist die differenzierte Wahrnehmung durch Sehen, Tasten, Schmecken und Riechen. Wir legen bei allen Projekten Wert darauf, dass die Kinder Möglichkeiten zum Beobachten, Beschreiben, Befühlen und Ertasten haben. Kognitive Aufgaben stimmen wir mit dem Entwicklungsstand des jeweiligen Kindes ab, regen aber dazu an, Vermutungen über das voraussichtliche Verhalten von Dingen oder Personen zu äußern.

Das Gedächtnis der Kinder wird von uns vielfältig geschult und sie erhalten die Gelegenheit, sich altersgemäße Kenntnisse anzueignen.

Kinder sollen schon im Kindergarten lernen, Probleme unterschied-lichster Art zu analysieren und Lösungen zu entwickeln. Wir unter-stützen die Kinder bei der Entwicklung ihrer Problemlösefähigkeiten, in dem wir ihnen nicht die Lösungen vorgeben, sondern diese selbst entwickeln lassen.

Im motorischen, sprachlichen und musischen Bereich geben wir den Kindern vielfältige Anregungen, damit Phantasie und Kreativität entstehen und wachsen kann.

 

v         Physische Kompetenzen

Gesundheit und körperliches Wohlbefinden sind Vorraussetzungen für ein glückliches Leben. Wir möchten den Kindern das Bewusstsein zur Eigenverantwortlichkeit für ihren Körper vermitteln. Dazu gehört unter anderem das Wissen über Hygiene und Ernährung, aber auch körperliche Fitness und die Fähigkeit zur Regulierung von körperlicher Anspannung (Stressbewältigung).

 

3.2.2 Soziale Kompetenzen

v         Soziales Miteinander

Zu den wichtigsten Kompetenzen für ein erfolgreiches Leben in unserer Gesellschaft gehört die Kommunikations- und Beziehungs-fähigkeit. In unseren Kindergärten unterstützen wir die Kinder darin, Beziehungen aufzubauen, die durch Offenheit, Wertschätzung, gegen-seitigen Respekt und Rücksichtnahme gekennzeichnet sind. Grundlegend für gelungene soziale Interaktionen sind auch eine angemessene Ausdrucksweise und das Einhalten von Kommunikations-regeln. Daher legen wir in unserer pädagogischen Arbeit Wert auf viele Gesprächsgelegenheiten, verbale Kommunikation und die Förderung sprachlichen Ausdrucksvermögens sowie gemeinsame Planungen und Kooperation bei Projekten mit anschließender Reflexion.

Bei auftretenden Meinungsverschiedenheiten lernen die Kinder, wie sie die Verschärfung von Konflikten verhindern und diese lösen können. Die Kinder sollen lernen, sich in andere hineinzuversetzen.

 

v         Werteentwicklung und Verantwortungsübernahme

Kinder haben das Bedürfnis nach Verwurzelung in der Gesellschaft, in der sie leben; sie brauchen soziale Zugehörigkeit und finden diese in den Werten ihrer Umwelt.

Wir als pädagogische Fachkräfte leben den uns anvertrauten Kindern christliche und demokratische Werte vor. Unserem Verfassungsauftrag folgend legen wir daher besonderen Wert auf christliche Wertevermittlung und konstruktive Gespräche sowie Mitsprache und Mitbestimmung durch die Kinder. Die Kinder sollen lernen, eine Position zu beziehen und diese auch nach außen zu vertreten.

Ethische und religiöse Bildung unterstützt die Kinder in der Auseinandersetzung mit ihren Fragen und stärkt sie in der Ausbildung einer eigenen Urteils- und Bewertungsfähigkeit. Sie sollen so auf ihren eigenständigen Beitrag in der Gesellschaft bestmöglich vorbereitet werden.

Wir schätzen jedes einzelne Kind mit seinen persönlichen Besonder-heiten und geben diese Unvoreingenommenheit gegenüber anderen Individuen, aber auch anderen Werten, Einstellungen und Sitten an die Kinder weiter. Interesse und Wertschätzung anderer Kulturen sind ebenso wichtig wie das Zugehörigkeitsbewußtsein zur eigenen Kultur.

In unseren Kindergärten lernen die Kinder, in der Gruppe zusammen-zuhalten und füreinander da zu sein. Gleichzeitig sollen die Kinder Ver-antwortungsbewußtsein für eigenes Verhalten und Verständnis gegenüber Benachteiligten oder Schwächeren entwickeln.

Auch ein verantwortungsvoller Umgang mit Umwelt und Natur soll den Kindern vermittelt werden.

 

3.2.3 Lernmethodische Kompetenzen

Grundlage für lebenslanges Lernen und bewussten Wissenserwerb ist zu lernen, wie man lernt.

Wir möchten unser vorschulisches Lernen mit den Kindern so gestalten, dass die Lernprozesse bewusst wahrgenommen und reflektiert werden können.

 

Dazu gehören folgende Aspekte:

 

v         Kinder sollen neues Wissen bewusst, selbst gesteuert und reflektiert erwerben.

v         Kinder sollen die Kompetenz haben, erworbenes Wissen anzuwenden zu übertragen und zu beurteilen.

v         Kinder sollen die Strukturen von Lerninhalten erkennen, indem Teilaspekte zu einem Ganzen zusammengefügt werden.

v         Kinder sollen die Kompetenz haben, die eigenen Lernprozesse wahrzunehmen, zu steuern und zu regulieren.

v         Kinder sollen erkennen, dass Lernen nicht nur Handeln, sondern auch den Erwerb von Wissen bedeutet. Lernübungen werden erst dann nachvollziehbar, wenn die Kinder ihre eigenen Lernfortschritte erkennen.

 

Um diese Ziele zu erreichen, kombinieren wir kooperative, eigenaktive und ganzheitliche Lernformen durch Projektarbeit und das Bilden von Arbeits-gemeinschaften. Dabei werden inhalts- und lernbezogene Aspekte berücksichtigt und mit den Kindern reflektiert. Diese Reflexion ist für den Erwerb lernmethodischer Kompetenzen die entscheidende Phase und erfolgt in Gesprächen, Spielen und mit Hilfe verschiedener didaktischer Materialien.

 

3.2.4 Resilienz (Widerstandsfähigkeit)

Grundlage für positive Entwicklung, Gesundheit und Wohlbefinden ist die Fähigkeit, riskante Lebensumstände (individueller, familiärer und/oder gesellschaftlicher Art) mit Hilfe von besonderen Anpassungsleistungen zu bewältigen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten möchten wir in unserer pädagogischen Arbeit diese Resilienz der Kinder stärken, damit sie sich zu kompetenten, stabilen und selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln. Daher unterstützen und bestärken wir die Kinder in der Entwicklung ihrer personalen und sozialen Ressourcen.

Die Kinder sollen lernen, mit stetigen Belastungen und Veränderungen in ihrem Leben zurecht zu kommen und diese nicht als Belastung, sondern als Heraus-forderung zu begreifen.

3.2.5 Bewältigung von Übergängen (Transitionen)

Unter Übergängen versteht man zeitlich begrenzte Abschnitte im Leben eines Menschen, die von Veränderungen und Brüchen geprägt ist. Es sind Lebens-phasen, die von hohen Anforderungen und einer Änderung der Identität geprägt sind und mit einer Häufung von Belastungsfaktoren einhergehen. Die Bewältigung dieser kritischen Lebensereignisse kann die persönliche Entwicklung voranbringen aber auch erschweren.

Ein kritisches Ereignis für Kinder ist der Eintritt in den Kindergarten und schließlich der Übergang in die Schule. Erfolgreiche Übergangsbewältigung stärkt das Kind und bereichert seine Identität. Es lernt, sich auf neue Situationen einzulassen, sich mit diesen auseinanderzusetzen und sich zu verändern.

Wir möchten mit unserem pädagogischen Konzept im Kindergarten so flexibel sein, dass sich die Kinder bei uns problemlos einfinden und integrieren können. Wir begleiten und unterstützen die Kinder und ihre Eltern individuell, um ihnen die Übergangsbewältigung zu erleichtern.

Durch Vernetzung und Kooperation mit den Eltern, Krippen und Schulen sollen die Rahmenbedingungen für die Kinder möglichst positiv gestaltet werden. Wir unterbreiten den Kindern gezielte Angebote, die sie dabei unterstützen, Kompetenzen für Übergangsbewältigungen zu erwerben. Auf diese Weise erlangen die Kinder Selbstvertrauen, Flexibilität und Gelassenheit im Hinblick auf weitere Übergänge.

 

 

3.3  Grundsätzliche Ziele unseres pädagogischen Handelns

3.3.1 Leitsätze

 

v         Die Kinder sollen sich in unseren Kindergärten wohl fühlen, indem sie Geborgenheit und Sicherheit erfahren.

v         Jedes Kind ist einzigartig und hat seine individuelle Persönlichkeit. Es wird von uns so angenommen wie es ist: mit seinen Stärken und seinen Schwächen.

v         Jedes Kind ist uns unabhängig vom persönlichen Lebenshintergrund und seiner kulturellen und religiösen Zugehörigkeit willkommen. Alle Kinder werden in die Gruppe integriert und zur Gemeinschaftsfähigkeit erzogen.

v         Wir beachten die Bedürfnisse der Kinder und stellen unser pädagogisches Handeln darauf ab, die Kinder für ihr Leben stark zu machen.

v         Die erste und wichtigste Erziehungsinstanz für Kinder sind die Eltern. Im ständigen Dialog und in Partnerschaft mit den Eltern fördern wir sowohl die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder als auch deren Selbst- und Sozialkompetenzen.

v         Wir helfen den Kindern, eine stabile Persönlichkeit zu entwickeln, um sich in unserer Welt selbständig zurecht finden und entfalten zu können.

v         Wir schaffen ein anregendes Lernumfeld, in dem die Kinder mit eigener Kreativität ihre Lebenswelt „be-greifen“ können und in den verschiedensten Bereichen die Möglichkeit haben, ihren Horizont zu erweitern.

 

3.3.2 Methodik

Wir halten es für wichtig, dass die Kinder in unseren Einrichtungen an inhalt-lichen Themen und auch an der räumlichen Gestaltung mitwirken und mitbestimmen können. In altersgemischten Gruppen sollen die Kinder entsprechend ihres Entwicklungsstandes lernen, für die Gemeinschaft und das eigene Leben Verantwortung zu übernehmen. Die Kinder werden von uns ermuntert, Interesse für Inhalte und Abläufe zu entwickeln, darauf Einfluss zu nehmen und im partnerschaftlichen Dialog Lösungen für Fragen und Probleme zu finden. Im Stuhlkreis sowie in Reflexions- und Alltagsgesprächen bieten sich hierzu viele Möglichkeiten.

Die Themen der Projektarbeiten richten sich nach den Interessen der Kinder, können sich aber auch ungeplant, aus einer bestimmten Situation heraus  entwickeln. In den Projekten werden rationale und emotionale Lernaspekte miteinander verbunden und für die Kinder verständlich gemacht. Durch aktive und kreative Teilnahme können die Kinder ganzheitlich lernen und „be-greifen“.

In den Projekten werden je nach Inhalt sowohl die verschiedensten Bildungs- und Erziehungsbereiche als auch lebenspraktische Tätigkeiten (z.B. Kochen, Aufräumen) aufgegriffen und ganzheitlich vernetzt.

Grundsätzlich sollen Kinder, Eltern und Team die Lern- und Entwicklungs-prozesse verstehen und nachvollziehen können. Daher legen wir Wert auf Beobachtung (Beobachtungsbögen für jedes Kind), Dokumentation (z.B. von Projekten), Präsentation (z.B. Ausstellungen) und Transparenz unserer pädagogischen Arbeit.

In geeigneter Lernumgebung sollen die Kinder in den Jahren vor der Schule auf vielseitige Art und Weise Konzentration und Durchhaltevermögen entwickeln. Hierzu hat jeder der drei Gemeindekindergärten eigene räumliche und inhaltliche Umsetzungsmöglichkeiten. Wichtig ist uns eine entspannte, ruhige Atmosphäre, in der die Kinder die verschiedensten  Angebote wahrnehmen können.

Wir planen in Zukunft spezielle Förderkonzepte für jede Altersstufe, wobei dem Kindergartenjahr vor der Einschulung ein besonderer Schwerpunkt im Hinblick auf schulische Kompetenzen zukommt.

 

Neben den abstrakten Bildungs- und Lernzielen ist auch gerade das Freispiel ein elementarer Teil der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes. Die Freispielzeit ist der Zeitabschnitt, in dem sich die Kinder den Spielpartner, den Ort und das Spielzeug selbst wählen. In dieser Zeit werden Freundschaften und Kontakte geknüpft und soziale Interaktionen eingeübt. Erfahrungen und Erlebnisse aus Alltagssituationen werden spielerisch verarbeitet, Phantasie und Kreativität finden hier ihren Ausdruck.

Wir achten daher stets darauf, genügend Raum für das freie Spiel zu gewähren.

 

4.  Soziokulturelle Unterschiede und Vielfalt

 

4.1 Mädchen und Jungen

Kinder entwickeln durch die Interaktion mit Anderen ihre soziale Geschlechts-identität. Sie sind Empfänger gesellschaftlicher Botschaften und wirken an der Entstehung ihrer eigenen Geschlechtsidentität aktiv mit.

Die Jahre in der Kindertagesstätte bieten wichtige Erfahrungsfelder und sind von zentraler Bedeutung für Interaktion und Kommunikation in gleich- und gemischtgeschlechtlichen Gruppen.

In unseren Gemeindekindergärten legen wir Wert auf folgende Maximen:

 

v         Mädchen und Jungen erfahren sich als gleichwertig und gleich-berechtigt.

v         Mädchen und Jungen sollen eine Geschlechtsidentität entwickeln, mit der sie sich sicher und wohl fühlen.

v         Jedes Kind hat seine Persönlichkeit mit individuellen Stärken und Interessen, unabhängig vom Geschlecht.

v         Die Kinder sollen erkennen, dass ihre Interessen und Vorlieben nicht an ihr Geschlecht gebunden sind.

v         Jungen und Mädchen erfahren von uns die gleiche Zuwendung und Aufmerksamkeit (zeitlich und qualitativ).

v         Leistungen werden gleichermaßen gewürdigt.

v         Kulturell und religiös geprägten Haltungen von Seiten der Eltern stehen wir mit Offenheit und Toleranz gegenüber.

v         Wir stellen sicher, dass Überschreitungen der Geschlechternormen zu keiner Diskriminierung und Ausgrenzung führen. (z.B. auch Jungen dürfen mit Puppen spielen).

v         Althergebrachte Statusunterschiede, Stereotypen und Normen werden von uns situationsangemessen mit den Kindern kritisch betrachtet, diskutiert und reflektiert.

v         Mädchen und Jungen erfahren, dass zwischen den Geschlechtern mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede bestehen.

v         In Teambesprechungen reflektieren wir unsere eigenen geschlechter-sensiblen Erfahrungen und Verhaltensweisen untereinander und gegenüber den Kindern.

 

4.2 Interkulturelle Erziehung

Interkulturelle Erziehung wird im Zuge von zunehmend mehrsprachigen, multikulturellen Gesellschaften und internationaler Mobilität schon im Kindergarten ein wichtiges Bildungsziel. In unseren Einrichtungen wollen wir dazu beitragen, dass die Kinder Kompetenzen für ein friedliches Miteinander zwischen Individuen, Gruppen und Kulturen erwerben.

Auf folgende Eigenschaften und Ansichten legen wir besonderen Wert:

 

v         Distanz gegen Fremdes abbauen, Neugierde wecken

v         kulturelle und sprachliche Unterschiede als Bereicherung ansehen und wertschätzen

v         aufgrund neuer Erfahrungen und Wissen die eigene Kultur reflektieren lernen

v         Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit erkennen und bekämpfen lernen

v         Bewusstsein und aktiver Einsatz für die Grundrechte und kulturelle Werte

v         kritisches Nachdenken über feste Meinungen und Vor-Annahmen

 

Interkulturelle Erziehung und Bildung zieht sich durch den pädagogischen Alltag und spielt in allen themenbezogenen Bildungsbereichen eine Rolle. Wir als pädagogische Fachkräfte leben den Kindern eine kulturell aufgeschlossene Grundhaltung vor.

Die Leistungsangebote und die Methoden unserer interkulturellen Erziehung richten sich an speziellen Situationen im Gruppengeschehen und an der kulturellen Herkunft der Kinder aus, wie zum Beispiel:

 

v         Mehrsprachigkeit wird in Form von Liedern, Fingerspielen, Reimen etc. aufgegriffen.

v     Bilderbücher und Geschichten aus verschiedenen Ländern werden vorgestellt und besprochen.

v         Streitigkeiten im Alltag können zur Thematisierung von Vorurteilen dienen.

v         Aktuelle Ereignisse in der Einrichtung und dem direkten Umfeld werden gemeinsam reflektiert.

 

4.3 Kinder mit Entwicklungsrisiko und Behinderung

In Kindertagesstätten gibt es auch Kinder, die in ihrer Entwicklung gefährdet, beeinträchtigt oder auffällig sind. Diese Kinder fordern von uns ein erhöhtes Maß an Unterstützung, Förderung und Integration. Für die Planung und

Gestaltung des Angebots für diese Kinder gelten in unseren Einrichtungen folgende allgemein gültige Prinzipien:

 

v         Kinder mit besonderen Bedürfnissen sollen und dürfen an allen Aktivitäten und Angeboten für Kinder, die sich „normal“ entwickeln, teilhaben.

v         Hilfen werden frühzeitig zur Verfügung gestellt, damit der Eintritt von Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Entwicklungsrisiken vermieden wird (vgl. § 3 SGB IX).

 

4.3.1 Risikokinder

Kinder, die in ihrem sozial-familiären Umfeld starken Belastungen ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Entwicklungsrisiko (Armut, familiäre Probleme, etc.). Sie fallen in den Einrichtungen häufig durch Verhaltensprobleme und Entwicklungsrückstände auf. Mit folgenden präventiven Leistungen möchten wir gefährdeten Kindern im Rahmen unserer Möglichkeiten frühzeitig Unterstützung bieten:

 

v         Früherkennung:

            Durch Beobachtung und Dokumentation werden auffällige Verhaltens-weisen systematisch erfasst. In Teamgesprächen werden die Eindrücke ausgetauscht, Kontakt zu den Eltern wird aufgenommen. Es wird mit den Eltern geklärt, ob ein Kind von dafür zuständigen Experten genauer untersucht werden soll.

v         Kooperation mit Fachdiensten:

            Unsere pädagogischen Fachkräfte suchen Beratung und Anleitung bei Fachdiensten (anonym). Gleichwohl unterstützen wir die Fachdienste bei spezifischen Fördermaßnahmen im Rahmen unserer Möglichkeiten.

v         Sollten Probleme auch unter Einbeziehung von Fachdiensten nicht gelöst werden können, unterstützen wir die Familien bei der Suche anderer geeigneter Hilfemaßnahmen.

 

Risikokinder haben häufig schon ein Störungsbewusstsein entwickelt und sind in ihrem Selbstwertgefühl beeinträchtigt. Aus diesem Grund berücksichtigen wir in unserer Arbeit aktuelle Fachkenntnisse über mögliche Störungsbilder und legen besonders auf folgende Punkte Wert:

 

v         Wir nehmen jedes Kind so an, wie es ist.

v         Wir konzentrieren uns auf die Stärken und liebenswerten Seiten der Kinder.

v         Wir loben die Kinder bei dem Versuch und/oder der Bewältigung von Schwierigkeiten.

v         Wir geben den Kindern Hilfestellung, wenn sie diese benötigen.

v         Wir integrieren Risikokinder in der Gruppe, um Stigmatisierung zu vermeiden.

 

4.3.2 Integration behinderter Kinder

Im Rahmen unserer Möglichkeiten bieten wir in unseren Kindergärten die Integration behinderter Kinder an.

Für alle Kinder finden gemeinsame pädagogische Angebote statt, die von Wertschätzung, Akzeptanz und Zusammengehörigkeit geprägt sind. Wie die anderen Kinder werden auch die behinderten Kinder dabei unterstützt, Autonomie, Kompetenz und Zuversicht in das eigene Handeln zu entwickeln. Durch ganzheitliche Lernformen werden die Stärken und Fähigkeiten aller Kinder hervorgehoben und fokussiert; Unterschiedlichkeit ist kein  Defizit, sondern eine Chance. Mit allen Kindern in der Gruppe wird entsprechend des jeweiligen Entwicklungsstandes konkretes Wissen über die Behinderung erarbeitet.

Mit den Eltern des behinderten Kindes und entsprechenden Fachdiensten arbeiten wir vertrauensvoll zusammen und tauschen uns über die Entwicklungs-schritte aus. Alle therapeutischen und erzieherischen Maßnahmen und Ziele erfolgen in enger Absprache mit den Eltern und werden individuell auf das behinderte Kind abgestellt.

Auch die Eltern der Kinder ohne Behinderung werden in die Integrationsarbeit einbezogen, indem sie an Elternabenden bzw. Informationsveranstaltungen über die jeweilige Behinderung Auskünfte erhalten und damit Unsicherheiten abbauen können.

 

4.4 Kinder mit Hochbegabung

Hochbegabung tritt in der Bevölkerung sehr selten auf: statistisch weisen nur 2% der Bevölkerung eine Hochbegabung auf. Diese kann sich im kognitiven, motorischen und musischen Bereich zeigen.

Bei entsprechenden Anzeichen verweisen wir die Eltern auf Fachdienste, da letztendlich nur diese Fachkräfte eine Hochbegabung diagnostizieren können.

Anzeichen können sein:

 

v         permanentes selbständiges Erkunden der Umwelt

v         ständiges Fragen

v         schnelles Aufnehmen von Informationen und Wissen

v         unabhängige und produktive Denkvorgänge

v         Kreativität und Perfektionismus

v         schnelle Entwicklungsfortschritte

v         großes Einfühlungsvermögen

v         Ungeduld, hoher Aktivitätsdrang

v         Zurückbleiben in einzelnen Entwicklungsbereichen

 

Hochbegabte Kinder können teilweise „schwierig“ sein, da sie sich unterfordert fühlen und ihr hoher Aktivitätsdrang in der Gruppe auffällig wirkt.

Um hochbegabte Kinder ihren Fähigkeiten entsprechend zu fördern und sie nicht in eine Außenseiterrolle geraten zu lassen, ist uns die frühzeitige Erkennung sehr wichtig.

Prinzipiell gelten für hochbegabte Kinder die gleichen Bildungs- und Erziehungsziele wie für die anderen Kinder, die sich an ihren speziellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Wir unterstützen und begleiten die Kinder ganzheitlich und nehmen auf ihre Individualität Rücksicht.

Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern erachten wir gerade in diesem Bereich als notwendig und wichtig.

 

5.   Bildungs- und Erziehungsbereiche

5.1  Sprachkompetenz

5.1.1 Leitgedanke

Die Sprache entwickelt sich von Anfang an; Kommunikation entsteht mit Gestik, Mimik und Lauten, durch Interaktionen und beim Sprechen. Die Sprach-kompetenz ist eine wesentliche Voraussetzung für eine volle Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben und natürlich auch für den schulischen und beruflichen Erfolg.

Der Spracherwerb selbst ist gebunden an Interesse, Dialog und persönliche Beziehungen sowie an für Kinder sinngebende Handlungen. Bei der Sprach-förderung müssen also besonders diese Punkte berücksichtigt werden.

Bei der Entwicklung von Sprachkompetenz geht es nicht allein um die Förderung von Artikulation, Wortschatz und Grammatik, Sprachverständnis und kommunikative Kompetenz. Vielmehr geht es darum zu erkennen, in welchem Kontext ein Kind spricht, wann es eine bestimmte Kompetenz einsetzt und wie es sprachlich mit Herausforderungen umgeht. Basierend auf diesem Verständnis werden die Kinder von uns gefördert und gefordert.

 

5.1.2 Bildungs- und Erziehungsziele

Zur Entwicklung von Sprachkompetenz gehören folgende Punkte:

 

v                       Die Kinder entwickeln ein differenziertes Verständnis von non-verbalen Signalen und einer ausdrucksvollen Körpersprache
(u.a. Körpersprache, Mimik, Intonation).

v                       Die Kinder entwickeln Freude an Kommunikation, teilen ihre Gefühle, Erlebnisse und Gedanken anderen Menschen mit, haben Interesse an den Äußerungen anderer und entwickeln die Fähigkeit zuzuhören.

v                       Die Kinder entwickeln sprachbezogene Verhandlungs- und Konflikt-lösungsstrategien.

v                       Die Kinder entwickeln ein vielfältiges Literacy-Verständnis.
Dazu gehören Erfahrungen und Freude an Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur, aber auch die Erziehung zur phonologischen Bewusstheit.

v                       Die Kinder entwickeln ein Textverständnis, indem sie lernen, längeren Erzählungen zu folgen und den Sinn zu erfassen. Dazu gehört unter anderem auch die Fähigkeit, zusammenhängend und sinnvoll von Erlebnissen zu berichten und kindgemäße Geschichten nacherzählen zu können.

v                       Die Kinder erleben Mehrsprachigkeit als Bereicherung. Wertschätzung und Förderung von mehrsprachig aufwachsenden Kindern stehen nicht im Widerspruch zum Erlernen der deutschen Sprache, sondern ergänzt für alle Kinder die Sprachkompetenz. Die mehrsprachig aufwachsenden Kinder erlernen die flexible, situationsangemessene Nutzung von Sprache. Die einsprachig aufwachsenden Kinder können fremde Sprachen als Bereicherung erfahren und Neugierde entwickeln.

 

5.1.3 Umsetzung der Erziehungsziele

Sprachförderung ist ein durchgängiges Prinzip in unserem pädagogischen Alltag, denn Kinder erwerben sprachliche Kompetenz in Zusammenhang mit den unter-schiedlichsten Kompetenz- und Bildungsbereichen.

 

v                       Mit jederzeit frei zugänglichen Bücherecken, Mal- bzw. Schreibecken und einem insgesamt umfassenden pädagogischen Angebot möchten wir den Kindern ein anregendes Lernumfeld bieten. Dabei beziehen wir auch die Angebote aus unserem direkten Umfeld ein (z.B. Gemeinde-bibliothek).

v                       In einer unbeschwerten Atmosphäre erfahren die Kinder von uns Wertschätzung und Unterstützung, um ihre Erfahrungen und Denkweisen zu reflektieren und verbal auszudrücken. In gemeinsamen Gesprächskreisen regen wir die Kinder dazu an, ihre Interessen einzubringen, Konflikte verbal auszutragen und gemeinsame Lösungen zu finden. Die Kinder sollen in diesem Zusammenhang auch lernen, ihre positiven und negativen Emotionen sprachlich auszudrücken.

v                       Wichtig ist uns die gezielte und regelmäßige Beobachtung jedes Kindes. Mit Hilfe von speziellen Beobachtungsbögen dokumentieren wir die Entwicklung und tauschen uns mit den Eltern aus. Bei Kindern mit Migrationshintergrund ist es besonders wichtig, die sprachlichen Kompetenzen zu beobachten und zu fördern. Bei Verdacht auf Sprachstörungen kontaktieren wir Fachdienste für die genaue Abklärung.

v                       Wir begleiten die Kinder systematisch bei ihrer Entwicklung von Sprache und Literacy. Methoden sind für uns die Betrachtung und Besprechung von Bilderbüchern, das Erzählen, Vorlesen, Laut- und Sprachspiele, die Beschäftigung mit Reimen und Gedichten sowie Rollenspielen und Theater.

v                       Wir beziehen Fremdsprachen, insbesondere die Muttersprachen unserer mehrsprachig aufwachsenden Kindergartenkinder in die tägliche Arbeit ein (u.a. Lieder, Geschichten, persönliche Erzählungen sowie Berichte der Kinder und Eltern).

 

5.2   Mathematik

5.2.1 Leitgedanke

Ein mathematisches Grundverständnis und Denken sind die Basis für das Zurechtkommen im Alltag und lebenslanges Lernen. Wissenschaft, Technik und Wirtschaft bauen auf mathematischen Regelmäßigkeiten und Logik auf.

Mit Hilfe mathematischer Methoden können Dinge in der Welt in ihren Beziehungen geordnet und strukturiert werden. Mathematische Lösungswege helfen, Alltagsprobleme zu bewältigen. Bereits Kinder können durch die Auseinandersetzung mit mathematischen Gesetzmäßigkeiten und Inhalten die Erfahrung von Beständigkeit, Verlässlichkeit und Wiederholbarkeit machen. Auch auf der Basis entwicklungspsychologischer Erkenntnisse ist frühe mathematische Bildung wichtig und sinnvoll.

 

Junge Kinder begegnen der Mathematik offen und unbefangen. Sie haben ein natürliches Interesse an Formen und Zahlen, am Ordnen, Vergleichen und Zählen. Dennoch ist mathematisches Denken keine natürliche Kenntnis, sondern eine erlernte. Erst der kommunikative Austausch mit Erwachsenen entwickelt mathematisches Bewußtsein.

Basierend auf diesen Leitgedanken möchten wir den Kindern spielerisch und mit allen Sinnen mathematische Inhalte näher bringen. Kreativität und Freude an der Mathematik sind Basis für einen positiven Bezug zu ihr und spätere erfolgreiche Lernprozesse in diesem Bereich.

 

5.2.2 Bildungs- und Erziehungsziele

Neben dem Umgang mit Zahlen, Formen und Mengen sowie dem Erlangen von Raum-Zeit-Verständnis, möchten wir erreichen, dass die Kinder mathematische Abläufe und Vorgänge sprachlich formulieren können.

Eine Auswahl wichtiger Bildungsziele wird im Folgenden aufgezählt:

 

v                       geometrische Formen mit allen Sinnen erfassen und benennen

v                       Raum-Lage Positionen erkennen (oben, unten, neben etc.)

v                       Mengen- und Größenverständnis entwickeln

v         Verständnis von Relationen (groß/klein, schwer/leicht, wie oft, wie viel etc.) erlangen

v                       Raum-Zeit Verständnis entwickeln

v                       Zähl- und Zahlverständnis ausbilden

v                       Umgang mit Begriffen (größer/kleiner etc.) erlernen

v                       Gebrauch von Zahlwörtern einüben

v                       Grundbegriffe zeitlicher Ordnung kennen (vorher/nachher, gestern/heute etc.)

v                       mathematische Werkzeuge und ihren Gebrauch kennen lernen (Waage, Messinstrumente etc.)

 

5.2.3 Umsetzung der Erziehungsziele

Bei der Umsetzung der Erziehungsziele achten wir besonders darauf, dass die Kinder ihre ursprüngliche Neugierde und Offenheit gegenüber der Welt erhalten und weiteres Interesse an mathematischen Zusammenhängen geweckt wird. Durch die verbale Artikulation mathematischer Vorgänge vereinen sich sprachliche und mathematische Kompetenzen zu einem einheitlichen Erziehungs-ziel. Gleichzeitig arbeiten wir im Bewusstsein, dass wir die mathematischen Fähigkeiten der Kinder auch in weiteren Bildungsbereichen wie unter anderem in der Musik, im Sport und in der Technik fördern. Hierzu gehört insbesondere die Ausbildung und Förderung logischen Denkens.

 

v                       Wir bieten den Kindern in unseren Räumlichkeiten geometrische Formen, Zahlen und Werkzeuge, um Mathematik sichtbar und erfahrbar zu machen.

v                       Spielerische, ganzheitliche und sinnliche Lernerfahrungen in Bezug auf die Mathematik stehen vor dem kognitiven Lernen.

v                       Wir bemühen uns um klare und deutliche Ausdrucksformen und vermitteln die Inhalte praktisch und konkret.

v                       Wir knüpfen an mathematische Vorerfahrungen der Kinder an.

 

5.3   Naturwissenschaft und Technik

5.3.1 Leitgedanke

Die Erforschung von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen liefert Grund-lagenwissen über Vorgänge in der Natur und trägt dazu bei, sich ein Bild von der Welt zu machen und ihr einen Sinn zu geben.

Kinder zeigen ein natürliches Interesse an Alltagsphänomenen der belebten und unbelebten Natur sowie an Technik. Sie sind wissbegierig und haben eine ureigene Motivation, unerklärliche Dinge ihrer Umgebung zu verstehen und sich durch Fragen, Beobachten und Forschen erklärbar zu machen.

Unser Ziel ist es, dieser kindlichen Lust am Fragen mit Offenheit und Ernst-haftigkeit zu begegnen und die Kinder in ihrer „Forschertätigkeit“ zu ermuntern. Dadurch wird der Erfahrungs- und Wissenshorizont der Kinder erweitert und die Lust und Freude am Lernen verstärkt.

 

5.3.2 Bildungs- und Erziehungsziele

Wir möchten den Kindern in unseren Gemeindekindergärten einen vielfältigen Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen ermöglichen und ihre natürliche Begeisterung daran wach halten.

Wir beschäftigen uns unter anderem mit folgenden Aspekten der Natur-wissenschaften:

 

v                       Vorgänge in der Umwelt beobachten (unsere Erde, Wetter, Licht und Schatten etc.)

v                       Eigenschaften verschiedener Stoffe kennen lernen (Luft, Gase, Flüssigkeiten, feste Körper etc.)

v                       Naturmaterialien sammeln, ordnen, benennen, beschreiben

v                       Veränderungen in der Natur bewusst wahrnehmen und benennen (Jahreszeiten, Wetter etc.)

v                       Bauen und Konstruieren mit unterschiedlichen Materialien

v                       Akkustik, Optik, physikalische Zusammenhänge kennen lernen (Schall, Musik, Farben, Elektrizität, Magnetismus etc.)

v                       Lebewesen in der Natur und deren Wechselbeziehungen wahrnehmen (Menschen, Tiere, Pflanzen, Nahrungskette, Tod/Verlust)

 

5.3.3 Umsetzung der Erziehungsziele

Bei einem so schwierigen und umfangreichen Gebiet wie Naturwissenschaft und Technik ist es uns ein besonderes Anliegen, dass wir die Kinder begeistern und ihnen kindgerechte Zugänge hierzu und Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit der Materie bieten. Wichtig bei dieser Thematik ist nicht allein der Erwerb von Wissen, sondern die Entwicklung von langfristigem Interesse an den Natur-wissenschaften und der Erwerb von lernmethodischen Kompetenzen.

In unserer Themenwahl und Projektarbeit richten wir uns nach den Fragen der Kinder. Gleichzeitig möchten wir den Kindern Angebote zum Forschen und Experimentieren bieten, die sie sowohl in der Freispielzeit als auch in gezielten Projekten nutzen können. Sichtbar und unmittelbar erfahrbar werden Natur-wissenschaft und Technik auch durch Exkursionen in die Umgebung (handwerkliche Betriebe, Wasserwerke, Feuerwehr etc.).

Bei kleineren Kindern sind besonders die Formen der sinnlichen Anregung wichtig, um eine Sache ganzheitlich „be-greifen“ zu können. (z.B. Kneten, Schütten, Pusten etc.).

Mit vorsichtigen Impulsen und steter Unterstützung ermuntern wir die Kinder dazu, ihre Wissbegierde zu erhalten, ihren ureigenen Forscherdrang voran-zutreiben und Freude am Erkenntnisgewinn zu haben. Verbale Reflexion der häufig miteinander verknüpften unterschiedlichen Erziehungs- und Bildungsziele (Umwelt, Musik, Sprache etc.) ermöglichen eine ganzheitliche Erweiterung des kindlichen Horizonts.

Wir freuen uns besonders, wenn in Naturwissenschaften und Technik ausge-bildetete Eltern ihre Erfahrungen und Kompetenzen in den Erziehungsprozess des Kindergartens einbringen.

 

5.4  Umwelterziehung

5.4.1 Leitgedanke

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen wird immer wichtiger. Unsere Kinder sollen frühzeitig erfahren, wie unersetzlich und verletzbar ihre Umwelt ist. Ökologische Verantwortung und Umweltschutz ist ganzheitlich zu sehen und berührt viele andere Lebensbereiche wie unter anderem Gesundheit, Freizeit und Konsumverhalten.

 

5.4.2 Bildungs- und Erziehungsziele

Umweltbildung findet in unseren Einrichtungen täglich statt und lässt sich in das Alltagsgeschehen auf vielfältige Weise integrieren. In Projekten vereint sich umweltbezogenes Handeln mit den Zielen anderer Bildungs- und Erziehungs-bereiche. Wichtig ist uns, dass die Kinder ihre Umwelt mit allen Sinnen erfahren können und sich selbst als einen Teil der Umwelt verstehen. Darauf aufbauend möchten wir den uns anvertrauten Kindern unter anderem folgende Inhalte vermitteln:

 

v                       bewusstes Beobachten von Umwelt- und Naturvorgängen (Beobachten von Tieren und Pflanzen, Säen von Samen etc.)

v                       Naturmaterialien kennen lernen und beschreiben

v                       Lebensräume von Tieren kennen lernen

v                       Fürsorge, Mitgefühl und Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber entwickeln

v                       Abfallstoffe unterscheiden und trennen lernen

v                       Engagement und Eigeninitiative für eine gesunde Umwelt entwickeln

v                       Einsichten in ökologische Zusammenhänge entwickeln (Wasserkreislauf, Ökosystem Wald etc.)

v                       Zusammenhänge erkennen („Wie beeinflusse ich als Mensch die Umwelt und wie beeinflusst die Umwelt mich?“)

 

5.4.3 Umsetzung der Erziehungsziele

Die Umsetzung der Ziele orientiert sich prinzipiell an den Bedürfnissen und Wünschen der Kinder. Durch die natürliche Neugierde der Kinder und ihre Fragen entwickeln wir uns gemeinsam weiter und wenden uns situativ den unterschiedlichsten Sachgebieten zu. Abhängig von der örtlichen Lage unserer Einrichtungen machen wir uns auch die direkte Umgebung und deren Möglich-keiten zu Nutze.

Sehr kleine Kinder gewinnen vorwiegend einen emotionalen Zugang zur Umwelt und ihren Erscheinungsformen, indem wir ihre Beobachtungsgabe unterstützen und sie gegebenenfalls zum einfachen Experimentieren ermutigen.

Größere Kindergartenkinder regen wir dazu an, sich detaillierter mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Erfahrungsaustausch und gemeinsame Reflexion vertiefen die gewonnen Eindrücke und machen Zusammenhänge deutlich.

Sprachliche und lernmethodische Kompetenzen können auch in diesem Bereich erworben werden.

Es ist uns bewusst, dass wir Erwachsene den Kindern ein Vorbild in der Umwelterziehung sein müssen.

 

5.5  Gesundheit und Bewegung

5.5.1 Leitgedanke

Ein guter Gesundheitszustand ist die Basis für soziale und persönliche Entwicklung und ein entscheidender Bestandteil der Lebensqualität. Jeder Mensch muss Maßnahmen treffen und Eigenschaften entwickeln, damit er auch bei bestehender Belastung gesund bleibt. Kinder sollten daher neben dem Wissen über gesunde Lebensweisen auch schon früh an effiziente Strategien der Stressbewältigung herangeführt werden.

Da Motorik und Bewegung zu den grundlegenden Betätigungs- und Ausdrucks-formen von Kindern zählt, sind sie in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Durch Verbesserung der motorischen Leistungen legt das Kind den Grundstein für ein gesundes Leben, gleichzeitig steigert dies sein Selbstvertrauen und seine Selbstwahrnehmung.

 

5.5.2 Bildungs- und Erziehungsziele

Wir möchten erreichen, dass die Kinder Verantwortung für ihr eigenes Wohlergehen, ihren Körper und ihre Gesundheit übernehmen. Das Wissen über eine gesundheitsbewusste Lebensweise und ein gesundheitsförderndes Verhalten muss den Kindern von Erwachsenen vorgelebt und vermittelt werden.

Wir achten in unseren Einrichtungen deshalb unter anderem auf folgende wichtige Themenbereiche:

 

v                       Essen als Genuss wahrnehmen (Sättigung erkennen, Unterschied Hunger/Appetit etc.)

v                       Esskultur und Tischmanieren leben

v                       Wissen über gesunde/ungesunde Ernährung aneignen

v                       Mithilfe bei der Zubereitung von Speisen

v                       Bedeutung von Hygiene und Körperpflege erfahren

v                       Körperorgane und deren Funktionen kennen lernen

v                       Körperliche Zusammenhänge erkennen

v                       Gefahren bei Aktivitäten einschätzen lernen

v                       mit Anspannung und Stress umgehen lernen (Entspannung)

 

Um eine gesunde Entwicklung und körperliches Wohlbefinden zu gewährleisten, ist im Kindesalter dem natürlichen Bewegungsdrang unbedingt Raum zu geben. Abhängig von den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen wir gerne unsere direkte Umgebung (Paul-Diehl-Park, Wald etc.), da wir dort die Bewegungserziehung mit der Umwelterziehung verknüpfen können.

Auf folgende Eigenschaften achten wir besonders:

 

v                       motorische und koordinative Fähigkeiten (Reaktion, Kraft, Grob- und Feinmotorik, Gleichgewicht etc.)

v                       Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen lernen und verbessern

v                       Bewegungsfreude erhalten

v                       Freude an gemeinsamer Aktivität in der Gruppe

v                       Neugierde auf Neues wecken

v                       Teamgeist und Kooperation ausbauen

v                       Regeln einhalten lernen

v                       Fairness, Rücksichtnahme, Verantwortungsübernahme

v                       Konzentration

5.5.3 Umsetzung der Erziehungsziele

Die Ziele und Inhalte der Gesundheitsförderung lassen sich in die alltäglichen Abläufe gezielt integrieren und stehen im Zusammenhang mit anderen Bildungs- und Erziehungsbereichen. Wir geben den Kindern Freiraum und Selbst-bestimmung, aber auch Geborgenheit und Unterstützung. In unseren Kindergärten sollen die Kinder Spaß an Bewegung, gesunde Lebensweisen und die Bedeutung von Ruhe und Entspannung erleben und entwickeln können.

Unser pädagogische Personal und die Eltern sind den Kindern hierbei ein Vorbild.

Durch gezielte Reflexion sollen die Kinder den Zusammenhang zwischen Bewegung, Ernährung und Gesundheit verstehen lernen.

 

5.6   Musik und Kunst

5.6.1 Leitgedanke

Kinder sind von Geburt an musikalisch und begegnen der Musik mit Neugierde und Faszination. Musik berührt die Menschen im Innersten und trägt besonders zur Lebensfreude, Entspannung und Ausgeglichenheit bei.

Stimmlich und instrumental können sich Kinder durch Musik mitteilen, ihre Gefühle und auch Belastungen auf kreative und phantasievolle Art und Weise äußern. Gerade in der heutigen, in jeder Beziehung reizüberfluteten Zeit, wird es umso wichtiger, dass Kinder wieder lernen, bewusst und aufmerksam zu zuhören.

Musik lässt sich häufig mit anderen kreativen Darstellungsformen verbinden. Dazu gehören Tanz, Bewegung und künstlerische Darstellung. Die Kinder können ganzheitlich und spielerisch-kreativ mit ihrer Phantasie umgehen und sie in den verschiedensten Bereichen einsetzen.

Dieses Lernen durch die Sinne liegt uns besonders am Herzen und legt in der frühen Kindheit den Grundstein für weitere Bildung. Kreativität dient der Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit.

Überdies trägt die Ausbildung der musikalischen Fähigkeiten nachhaltig zu logischem Verständnis bei und ist damit wertvoller Grundstein für späteren Lernerfolg auf vielfältigen Gebieten.

 

5.6.2 Bildungs- und Erziehungsziele

Es ist uns wichtig, dass die Kinder Neugierde, Lust und Freude am eigenen schöpferischen Tun beibehalten und weiterentwickeln. Gleichzeitig eröffnet sich den Kindern mit Kreativität und Musik die Möglichkeit, ihre Gefühle auszudrücken. In den kreativen Produkten der Kinder spiegeln sich ihr Leben, ihre Weltsicht und ihre Emotionen wider.

Musikalisches und künstlerisches Schaffen sind sinnvolle und zweckfreie Erziehungsbereiche, die zugleich die Intelligenz fördern und die Leistungsfähigkeit steigern.

Wir achten unter anderem auf folgende Bereiche der Musik:

 

v                       Entdecken der eigenen Sprech- und Singstimme

v                       Kreis- und Fingerspiele, Sprachspiele, Handmärchen etc.

v                       Kennen lernen von Liedgut aus den verschiedensten Kulturkreisen

v                       Musik als eine Möglichkeit erleben, seine eigenen Gefühle und Stimmungen ausdrücken zu können

v                       erste Erfahrungen mit einfachen Instrumenten machen (evtl. selbst herstellen)

v                       Freude am gemeinsamen Musizieren

v                       Konzentriertes Zuhören bei akustischen und musikalischen Reizen (hoch-tief, laut-leise etc.)

v                       Musik als Mittel der Entspannung kennen lernen

v                       Musik bildnerisch und gestalterisch umsetzen

 

Aus dem Bereich des bildnerischen und darstellenden Gestaltens legen wir unsere Schwerpunkte auf folgende Bereiche:

 

v                       Kennen lernen von eigenen Gestaltungs- und Ausdrucksformen (zeichnen, plastisch gestalten etc.)

v                       Grundverständnis von Formen und Farben

v                       Künstliche und natürliche Stoffe kennen lernen und ihre Nutzungsmöglichkeiten erproben

v                       Einfaches Theaterspiel (in andere Rollen schlüpfen)

v                       Experimentieren mit einer Vielfalt von Materialien, Werkzeugen und Techniken

v                       Kunst betrachten

v                       kreative und phantasievolle Lösungsstrategien entwickeln

 

5.6.3 Umsetzung der Erziehungsziele

Musikalische und künstlerische Bildung ist im pädagogischen Alltag allgegen-wärtig. Wir bieten den Kindern Zeit, Raum, Möglichkeiten und Anreize, bei denen sie ihre Interessen, Begabungen und Gefühlsmomente entdecken und vertiefen können.

Der pädagogische Ansatz für diese kreativen Bereiche ist spielerisch, ganzheitlich und nicht auf ein bestimmtes Ergebnis fixiert.

Durch Unterstützung und Begleitung, aber auch einfühlsame Ermutigung möchten wir eine Atmosphäre ohne Leistungsdruck und Kritik schaffen. Es ist uns wichtig, dass die Kinder einen spielerischen Zugang zum eigenen Ausdruck finden und ihre Kreativität selbsttätig erkunden können. Daher ist es selbst-verständlich, dass wir den Kindern jederzeit offen, neugierig und wertschätzend entgegentreten. Es gilt die Balance zu halten einerseits zwischen unter-stützenden Maßnahmen und dem „Gewähren lassen“ sowie andererseits der Vermittlung von Anreizen und ausreichend Freiraum.

 

5.7  Werte, soziale Beziehungen und Traditionen

5.7.1 Leitgedanke

Unsere Kinder stehen der Welt staunend und unvoreingenommen gegenüber und fragen schon früh nach Hintergründen, dem Leben und dem Tod. Eine ethisch-religiöse Erziehung unterstützt die Kinder in der Auseinandersetzung mit ihren Fragen und stärkt ihre eigene Urteils- und Bewertungsfähigkeit. Soziale Kompetenzen und Werthaltungen sind die Voraussetzungen dafür, dass sich Kinder in einer sozialen Gemeinschaft integrieren können.

Aufgrund der interkulturellen Zusammensetzung der Bevölkerung in Deutschland wird ethische/religiöse Erziehung sowie das Leben von alten Traditionen in den unterschiedlichsten Ausprägungen gelebt. Die Vermittlung christlicher Werte und Traditionen der europäischen Kulturkreise soll die Kinder früh an die Grundlagen unserer Gesellschaft und Verfassung heranführen und sie offen für selbstbestimmte Standortfindung und Integration halten.

Ethische Werteerziehung in Verbindung mit emotional-sozialer und sprachlich-kognitiver Kompetenz unterstützt die Bildung eines positiven Selbstkonzepts und der Empathie. Die Kinder entwickeln gegebene Kompetenzen weiter und differenzieren sie aus.

 

5.7.2 Bildungs- und Erziehungsziele

Wir möchten den Kindern Wertschätzung und Offenheit gegenüber anderen vermitteln, damit sie daraus einen eigenen Standpunkt entwickeln können. Dazu gehört auch ein kompetenter und verantwortungsvoller Umgang mit den eigenen Gefühlen und mit den Gefühlen anderer. Daraus kann das Kind Sicherheit und Vertrauen, Selbstbewusstsein, Konfliktfähigkeit und Kontaktfähigkeit entwickeln.

Auf folgende Erziehungsziele legen wir in unserer täglichen Arbeit besonderen Wert:

 

v                       Auseinandersetzung mit Glaube, Religion und Andersartigkeit: Unterschiede wahrnehmen, offen begegnen und als wertvoll erachten

v                       Beschäftigung mit dem christlich-abendländischen Glaubens- und Kulturgedanken

v                       Rituale, die das Leben begleiten, kennen lernen

v                       Religiöse Feste und Traditionen erleben und verstehen

v                       Konflikte aushalten und konstruktiv austragen lernen (verbal)

v                       Bewusst machen und Einschätzen eigener Gefühle sowie Wertigkeiten (was ist mir wichtig, was verletzt mich etc.)

v                       Verbalisieren eigener Gefühle; Wünsche äußern und vertreten, gegebenenfalls aber auch zurückstellen können

v                       Verständnis für die Gefühle Anderer entwickeln (was ist den Anderen wichtig, was verletzt sie etc.)

v                       Einfühlungsvermögen entwickeln

v                       Meinungen respektieren

v                       selbstbestimmtes Verhalten entwickeln

v                       mit den eigenen Schwächen und den Schwächen anderer umgehen lernen

v                       eigene Standpunkte vertreten

v                       Selbstbewusstsein entwickeln

v                       Grenzen und Regeln akzeptieren

v                       eigene Grenzen setzen und sich nicht unter Druck setzen lassen

v                       Kontakte und Beziehungen zu anderen Kindern aufnehmen können

 

5.7.3 Umsetzung der Erziehungsziele

Bei allen sozio-kulturellen Unterschieden gelten für uns die Inhalte des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung: Sie verpflichten auf die Grund- und Menschenrechte, die auf der christlich-abendländischen Tradition und dem humanistischen Weltbild aufbauen.

Wir begegnen den Kindern mit Zuwendung und Offenheit, Wärme und Geborgenheit; damit möchten wir den Kindern Halt und Sicherheit geben. Durch genaues Beobachten und die Reflexion unserer eigenen Gefühle wollen wir gewährleisten, dass wir uns jederzeit gerecht und objektiv verhalten.

 

In diesem Bildungsbereich gibt es eine Vielzahl von pädagogischen Umsetzungs-möglichkeiten, die hier beispielhaft und stark gekürzt aufgeführt werden:

 

v                       Kinder bringen religiöse Gegenstände in die Einrichtung mit

v                       Kinder, Eltern, Fachkräfte oder Gäste berichten von ihrer Religion

v                       Kinder bestimmen das Einrichtungsgeschehen mit (Kinderkonferenzen)

v                       Spiele zur Einübung von Empathie, Regeln und Frustrationstoleranz

v                       Solidaritätsaktionen für Kinder in Not

v                       Gesprächsregeln einüben

v                       Erfahrungen über Werden und Vergehen in der Natur austauschen

v                       Leben und Tod (situativ)

v                       Aushandlungsprozesse zwischen Kindern begleiten ohne sich einzumischen

 

6.   Unsere Zusammenarbeit im Team

6.1  Grundsätze unserer Teamarbeit

 

Für unsere pädagogische Arbeit mit den Kindern ist eine positive Atmosphäre im Team sehr wichtig. Gemeinsam wollen wir die Basis für ein fröhliches und offenes Miteinander schaffen. Wir sind den Kindern ein Vorbild!

 

Unsere Teamarbeit erfolgt nach dem Prinzip der Offenheit und der gegen-seitigen Wertschätzung. Wir stecken uns gemeinsam Ziele  und verfolgen diese auch gemeinsam. Grundvorrausetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind für uns daher Engagement, Zuverlässigkeit, Vertrauen und Ehrlichkeit.

Konflikte lösen wir gemeinsam, indem wir diskussions- und kompromissbereit sind, aber auch gegenseitig aufeinander Rücksicht nehmen. Jedes Teammitglied muss sich bemühen, konstruktive Kritik zu üben und auch anzunehmen.

 

In unseren Kompetenzen und Ressourcen ergänzen wir uns gegenseitig und geben diese Fähigkeiten an unsere Kolleginnen und Kollegen weiter. Jedes Teammitglied soll seine persönlichen Stärken und Schwerpunkte einbringen können.

Veränderungen stehen wir flexibel und offen gegenüber und suchen gemeinsam nach Lösungen, um die Neuerungen bewältigen zu können.

 

6.2  Teambesprechungen

 

In regelmäßigen Teamsitzungen tauschen wir unsere Erfahrungen und Ideen aus.

 

v                       Besprechungen im Kleinteam
Das Kleinteam besteht aus der Erzieherin und der Kinderpflegerin der einzelnen Gruppe. Wöchentlich wird die pädagogische Arbeit mit den Kindern (Rahmenplan), aber auch die Zusammenarbeit untereinander geplant und nachbesprochen.

 

v                       Besprechungen im Gesamtteam
Das gesamte Team eines Gemeindekindergartens trifft sich zu Planungs- und Reflexionsgesprächen. Gemeinsame Projekte, Ausflüge, Feste, aber auch Fallkonstellationen und alle den Kindergarten betreffende Themen werden gemeinsam besprochen. Auftauchende Probleme jeder Art werden gemeinsam gelöst.

            Hier werden auch wichtige Informationen der Leitung an das Team weitergegeben und umgekehrt.

 

v                       Besprechungen im Großteam

            Das Großteam umfasst die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller drei Gemeindekindergärten. In ein- bis zweimonatigen Abständen (gegebenenfalls auch häufiger) trifft sich das gesamte Personal der Gemeindekindergärten unter der Leitung der Sozialpädagogin, Frau Schachermeier, im Rathaus. Dort werden alle Themen angesprochen und diskutiert, die die drei Gemeindekindergärten personell, fachlich und pädagogisch betreffen.

            Jedes Teammitglied kann im Großteam neu erworbenes Wissen aus Fortbildungen an seine Kollegen weitergeben.

            Frau Schachermeier steht dem Großteam dabei insbesondere in Fragen zur Weiterentwicklung des pädagogischen Leitbildes und der Konzeption, von Reflexionsgesprächen und zur Entwicklung eines Qualitätsmanagements zur Verfügung.

 

6.3  Fortbildung

 

v                       Fortbildung

            Die Gemeinde Gräfelfing als Träger legt großen Wert auf qualifizierte Fortbildung und unterstützt nach Möglichkeit die Fortbildungswünsche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gerade die momentanen Neuerungen auf dem Bildungssektor machen es notwendig, sich regelmäßig mit neuen wissenschaftlichen und pädagogisch-praktischen Erkenntnissen auseinanderzusetzen.

 

v                       Fachliche Betreuung

Zur fachlichen Betreuung steht dem Personal der Gemeinde-kindergärten die Sozialpädagogin der Gemeinde Gräfelfing, Frau Schachermeier, zur Verfügung. Sie erstellt, in Absprache mit den Kindergartenleitungen und der Verwaltungsleitung, den individuellen Bedarf an Fortbildungsmaßnahmen.

 

7.  Unsere Zusammenarbeit mit den Eltern

 

7.1 Erwartungen und Wünsche

Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Team beruht auf gegenseitigem Vertrauen und partnerschaftlichem Umgang. Mut für Neues sowie Offenheit und Ehrlichkeit zueinander sind Grundvorrausetzungen für ein vertrauensvolles Miteinander. Die Teams in den Kindergärten und entsprechende Vertreter der Gemeinde Gräfelfing stehen auf Wunsch jederzeit zu Gesprächen zur Verfügung. Akzeptanz, Anerkennung und Wertschätzung, aber auch sachliche Kritik bringen unser Team in seiner Arbeit weiter und motivieren!

 

7.2 Elternabende und Elterngespräche

Zu wichtigen aktuellen Themen wie z.B. im Bereich Vorschule bieten wir Informationselternabende an. Zu pädagogischen Fachthemen laden wir auch Referenten ein, die uns mit ihrem Spezialwissen genauer informieren können. Besonders freuen wir uns, wenn Eltern selbst ihr Wissen zu einem aktuellen Thema an das Team und die Elternschaft weitergeben wollen.

Eine gute Kommunikation und ein umfangreicher Austausch mit den Eltern unter-stützt unsere Arbeit mit den Kindern. Daher bieten wir den Eltern vielfältige Gesprächsangebote.

Neben den Tür- und Angelgesprächen in den Bring- und Abholzeiten bieten wir terminiert vereinbarte Einzelgespräche an. Zusätzlich besteht für jede Gruppe ein monatlicher Sprechtag, zu dem sich interessierte Eltern anmelden können.

In regelmäßigen Abständen finden Entwicklungsgespräche statt, in denen sich die Eltern anhand der von den Erziehern geführten Beobachtungsbögen ein Bild darüber machen können, welche Entwicklungsprozesse und Erfahrungen ihr Kind in der Kindergartengruppe macht.

 

7.3 Hospitationen

Wir legen Wert auf Offenheit und Transparenz unseres Handelns. Daher laden wir die Eltern zu Hospitationsbesuchen in der Gruppe ihres Kindes ein. Die Eltern gewinnen direkten Einblick in die pädagogische Arbeit unserer Kinder-gärten und können ihr Kind außerhalb der Familie im Umgang mit anderen Kindern beobachten.

7.4 Aushänge und Informationen

Aktuelle Informationen des Kindergartenträgers werden dem Elternbeirat schriftlich ausgehändigt oder in den Einrichtungen ausgehängt.

Aktuelle Informationen der Einrichtungen zu Projekten, Rahmenplänen, Organisatorischem und sonstigen Themen werden im Eingangsbereich oder vor dem jeweiligen Gruppenraum veröffentlicht. Das Kleinteam entscheidet hier in Absprache mit den Eltern, wie detailliert Informationen gewünscht sind.

 

7.5 Elternbeirat

Zur Förderung der besseren Zusammenarbeit von Eltern, pädagogischem Personal und Träger wird in jedem Gemeindekindergarten ein Elternbeirat gewählt. (Art. 14 Abs. 3 Satz 1 BayKiBiG)

„Der Elternbeirat wird von der Leitung der Kindertageseinrichtung und dem Träger informiert und angehört, bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden.“ (Art. 14 Abs. 4, Satz 1 BayKiBiG)

 

7.6 Zusammenarbeit Eltern-Team-Träger

Die Elternbeiräte und das Team jeder Einrichtung treffen sich in regelmäßigen Abständen. Hierbei wird neben aktueller Aktionen und Projekte auch die jeweilige Hauskonzeption einer Einrichtung erstellt und regelmäßig überarbeitet.

Um den Informationsaustausch zwischen den drei Gemeindekindergärten zu gewährleisten, finden zusätzliche Treffen mit den Elternbeiratsvorsitzenden, den Kindergartenleitungen und dem Träger statt.

 

7.7 Mitarbeit und Mitbestimmung der Eltern

Das Kindergartenteam freut sich, wenn die Eltern ihre Talente und Fähigkeiten in den Kindergarten einbringen. Beispielsweise können Eltern auf anschauliche Weise ihren Beruf oder ihr musikalisches Können in der Gruppe erläutern, evtl. Teilbereiche bei Projekten übernehmen oder auch bei Festen und Feierlichkeiten mithelfen. Ideen und Vorschläge zu bestimmten Projekten werden begrüßt.

In diesem Zusammenhang ist es dem pädagogischen Team und dem Träger wichtig, dass die Angebote von Seiten der Eltern zum aktuellen Thema oder Projekt passen, sowie auch allen Kindern in der Einrichtung zugänglich sind. Damit soll Chancengleichheit garantiert sein.

 

 

 

Bei der Erstellung und Überarbeitung der einzelnen Hauskonzeptionen sind wir für eine rege Beteiligung der Elternschaft dankbar.

 

8.  Vernetzung und Kooperation mit anderen Einrichtungen

 

Wir wollen unsere pädagogische Arbeit mit den Kindern, den Dialog mit den Eltern, aber auch die Transparenz unserer Aktionen stets verbessern. Aktualität und Innovation ist die Basis für eine gelungene Erziehung und Bildung im Elementarbereich.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Vernetzung ist, das Wohl der Kinder und ihrer Familien sicherzustellen. Kinder mit erhöhtem Entwicklungsrisiko und Behinderung sowie deren Eltern und Familien mit besonderen Belastungen sollen frühzeitig geeignete Hilfe erhalten.

Daher kooperieren wir und vernetzen uns mit folgenden hier aufgeführten Behörden und Einrichtungen.

 

8.1 Der Träger

Der Träger unserer Kindergärten ist die Gemeinde Gräfelfing. Die Leiterin des Amtes Ordnungs- und Sozialverwaltung, Frau Lindner, die zuständige Mitarbeiterin, Frau Hochhalter, sowie unsere pädagogische Beraterin, Frau Schachermeier informieren das Kindergartenpersonal regelmäßig über alle rechtlichen und fachlichen Neuerungen.

 

8.2  Die Gräfelfinger und Würmtaler Kindertagesstätten

 

v                       Leitungen der Gräfelfinger Kindertagesstätten

            Im Rathaus der Gemeinde Gräfelfing treffen sich zweimal im Jahr die Leitungen aller Gräfelfinger Kindertagesstätten unter der Moderation der Sozialpädagogin Frau Schachermeier. Hier werden Neuerungen, Erfahrungen und eventuelle gemeinsame Projekte besprochen.

v                       Arbeitskreis „Kindergärten im Würmtal“

            In den Räumen der „Würmtal-Insel“ in Planegg wurde im Jahr 2004 der Arbeitskreis „Kindergärten im Würmtal“ eingerichtet. Ziel ist es, durch regelmäßige Treffen der Erzieherinnen fachlichen Austausch und eine gemeinsame Fortbildung zu ermöglichen und so die gemeindeübergreifende Vernetzung und Kooperation der Kindergärten in den Gemeinden Gräfelfing, Krailling, Neuried und Planegg auszubauen.

v                       Leiterinnenkonferenz

            Im Rathaus Planegg treffen sich in regelmäßigen Abständen die Kindergartenleitungen aus den verschiedenen ortsnahen Gemeinden, um unter der Begleitung einer Fachkraft gesetzliche und fachliche Neuerungen zu diskutieren.

 

8.3 Die Grundschulen

Mit den Schulleitern sowie mit den Lehrerkollegien der Lochhamer und Gräfelfinger Grundschule besteht intensiver Kontakt. Zweimal pro Jahr trifft sich unser pädagogisches Personal mit dem Lehrerkollegium der beiden Schulen zum Informationsaustausch. Unter der Voraussetzung, dass die Einwilligung der Eltern vorliegt, werden Erfahrungen mit Kindern, die zum neuen Schuljahr in die erste Klasse kommen, weitergegeben. Aber auch fachliche Themen wie die Vorschularbeit und allgemeine Grundvoraussetzungen für die Einschulung kommen zum Gespräch.

Ein weiterer für uns wichtiger Punkt sind auch die Reflexionsgespräche mit den Lehrern, um zu erfahren, wie sich unsere ehemaligen Vorschulkinder in der ersten Klasse entwickeln.

Die Vorschulkinder dürfen zum Ende ihres letzten Kindergartenjahres  die Grundschule ihres Sprengels besuchen und gemeinsam in einer ersten Klasse „Schulluft schnuppern“.

 

8.4 Die Beratungsstellen

Mit der Beratungsstelle für Eltern und Kinder der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Planegg stehen wir in engem Kontakt. Bei besonderen Problemen und Fragen arbeiten wir fachlich mit der AWO zusammen, ziehen bei Bedarf aber auch andere Beratungseinrichtungen hinzu. Mit dem Fachpersonal haben wir die Möglichkeit, uns mit Zustimmung der Eltern auszutauschen.

Zur fachlichen Beratung arbeiten wir auch mit dem Jugendamt des Landrats-amtes München zusammen. Dies betrifft den Kontext der Jungendhilfeplanung, der Kindswohlgefährdung und besonderer Beratungsangebote.

 

8.5 Die Therapeuten und Kinderärzte

Wenn es für unser tägliches Handeln und die Kinder und Familien notwendig ist, nehmen wir auch Kontakt zu Ärzten und Therapeuten auf, um Informationen auszutauschen.

8.6 Das Sozialnetz „Würmtal-Insel“

Wir stehen im Kontakt mit dem „Sozialnetz Würmtal-Insel“ und vermitteln auf Wunsch Beratungsgespräche mit den Eltern. Die Einrichtung hat ihren Sitz in der Pasingerstr. 13 in Planegg und ist für Bürgerinnen und Bürger aus dem Würmtal Anlauf- und Informationsstelle für Fragen im sozialen Bereich. Hier werden z.B. Informationen über Unterbringungsmöglichkeiten von Kindern, Selbsthilfegruppen und andere Beratungsstellen, aber auch Erstberatung bei sozialen Problemen jeglicher Art kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

8.7 Kooperation mit externen Partnern

Um unser pädagogisches und fachliches Angebot für die Kinder lebhaft und lebensweltnah zu gestalten, nutzen wir die Ressourcen unserer Umwelt. Dabei binden wir das Wissen und die Fähigkeiten der Eltern, aber auch von speziell geschultem Fachpersonal ein.

Zu unserer praxisnahen Wissensvermittlung gehören Exkursionen unter anderem in Natur und Umwelt, zu sozialen Einrichtungen (z.B. Altenheim), zur örtlichen Landwirtschaft, zur Feuerwehr, zur Bäckerei oder auch zur Polizei. Wir nutzen auch die Angebote unserer Gemeindebibliothek (Vorlesestunden, Buchvorstellungen).

Wichtig ist uns bei der Kooperation mit externen Partnern, dass die jeweiligen Angebote mit unseren aktuellen Themenkreisen und Projekten abgestimmt sind. Damit wollen wir sicherstellen, dass die von uns vermittelten Bildungs- und Erziehungsziele den Kindern klar strukturiert vermittelt werden.

 

9.  Öffentlichkeitsarbeit

 

9.1 Berichterstattung in den gemeindlichen Gremien

 

In den verschiedenen gemeindlichen Gremien sind die Vertreter aller Parteien des Gemeinderats beteiligt. Hier werden unter anderem Themen aus der Kinder- und Jugendarbeit vorgestellt und Neuerungen diskutiert.

Unsere Amtsleiterin, die Sozialpädagogin und andere Beteiligte liefern Berichte und Empfehlungen zu Entscheidungsprozessen und erarbeiten Vorschläge zu anstehenden Beschlüssen.

 

9.2 Internetauftritt

In Zukunft möchten wir unsere Kindergärten umfassend im Internet (auf der Homepage der Gemeinde Gräfelfing) präsentieren.

Sowohl unser pädagogisches Konzept, als auch aktuelle Bekanntmachungen, Informationen, Fotos und Projektdokumentationen sollen auf diesem Weg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

9.3 Informationsflyer für Eltern und Interessierte

Zu pädagogischen Themen, die uns besonders am Herzen liegen, werden wir Flyer erstellen. Wir möchten dadurch einige Fakten und Hintergründe unserer Arbeit mit den Kindern transparenter gestalten und auch den Eltern pädagogische Hilfe bei speziellen Themen anbieten.

Darüber hinaus wird das Team jedes einzelnen Gemeindekindergartens seine eigenen Schwerpunkte formulieren und diese in Form einer weiteren Informationsschrift (Hauskonzeption) veröffentlichen.

 

9.4 Elternabende zu Fachthemen

Wir bieten Elternabende für die Öffentlichkeit an, um Interessierte über aktuelle Themen zu informieren. Zu einzelnen Fachthemen laden wir auch Referenten und Spezialisten ein. Besonders begrüßen wir es, wenn die Referenten aus dem Kreis unserer Elternschaft kommen.

 

9.5 Zusammenarbeit mit der Presse

Wir möchten intensiv mit den regionalen Zeitungen zusammenarbeiten. Zu besonderen Festen und Aktionen werden wir mit der Presse kooperieren, damit unsere Aktivitäten auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt werden.

 

10. Ausblick

 

 

Mit der hier vorliegenden Konzeption für die Gräfelfinger Gemeindekindergärten legen wir die fachliche Basis für unsere pädagogische Arbeit. Die Inhalte vereinen persönliche Erfahrungswerte des Personals mit den Anforderungen des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans.

 

Es ist uns bewusst, dass wir die pädagogischen Inhalte dieser Konzeption nicht immer in vollem Umfang realisieren können. Unsere pädagogische Arbeit erfolgt vielmehr situativ angemessen, passend zu jeweiligen Projekten und bindet die Umstände und Einflüsse unserer Umwelt ein.

 

Die Konzeption spannt den Bogen von der Vermittlung der Basiskompetenzen über die Beachtung sozio-kultureller Besonderheiten bis hin zu den detaillierten Bildungs- und Erziehungsbereichen. Diese hochgestellten fachpädagogischen Ziele möchten wir in unserem Team gemeinsam erreichen und regelmäßig weiterentwickeln. Die Konzeption unterliegt daher einem ständigen Wandel.

 

 

Neben all den wissenschaftlichen und pädagogischen Anforderungen möchten wir jedoch eines nicht aus den Augen verlieren, nämlich

die Wünsche und Bedürfnisse der uns anvertrauten Kinder!

Deshalb werden wir auch weiterhin in besonderem Maße die Wünsche und Interessen der Kinder in unserer täglichen Arbeit berücksichtigen und die Kinder bei der Wahl unserer pädagogischen Themen beteiligen.

 

Auch die Ideen der Elternschaft sind uns sehr wichtig. Deshalb werden wir die Vorschläge und Anregungen soweit möglich gerne in unsere Arbeit integrieren. Durch Vernetzung, Kooperation und gezielte Öffentlichkeitsarbeit möchten wir unsere Arbeit transparent und nachvollziehbar gestalten.

 

Selbstverständlich soll jeder Gemeindekindergarten auch eine gewisse Individualität behalten und besondere Schwerpunkte setzen können. Deshalb wird jedes Kindergartenteam aufbauend auf dieser Konzeption in Zusammen-arbeit mit den Eltern eine eigene zusätzliche Hauskonzeption entwickeln, die individuelle Vorstellungen und Ideen beinhaltet.

 

 

 

Diese pädagogische Konzeption ist ein Teil unseres Weges, der zum Wohle der Kinder in unserer Gemeinde beschritten wird.

Unsere Kinder sind unsere Zukunft!

 

 

Gemeinde Gräfelfing

 

Im Oktober 2006

 

 

 

Die Gemeindeverwaltung mit ihrem Kindergartenteam